Angst = Verdummung!

Es ist nachts, jedenfalls für andere. Bei mir geht hier grad imaginär die Sonne auf, in Bezug auf meinen Schlafrhythmus, welcher die Bezeichnung „Rhythmus“ eigentlich nicht verdient. Wahrlich ist die Metapher, dass bei mir die Sonne aufgeht, nur auf dieses Phänomen meiner körperlichen Degeneration zu beschränken. Wenn ich mir hier gerade nur etwas zur Beschäftigung suche und den Fernseher dafür kurzweilig einzuschalten bereit war, ist meine Sonne ebenfalls aufgegangen, jedoch in Luft!

 

Ich frage mich, ob bei dieser Ansammlung an Medieninhalten, die entweder verdummen sollen oder sich nur die Verdummung zu nutze machen (?!?!?!?!), nicht doch ein tiefgründigerer Gedanke und eine gezielte Motivation steckt. Fakt ist jedoch, dass man in der heutigen Zeit eine prinzipielle Degeneration, eine prinzipielle Verkommung, Verdummung; einen prinzipiellen Rückfall, Regression - oder nenne man es doch einfach wie man will – der Bevölkerung verzeichnen kann.

Die Globalisierung nimmt ihren Lauf, schlägt die deutsche Wirtschaft und Arbeitslage mit immer härteren Schlägen K.O.; wobei der Rückgang der Arbeitslosenzahl lediglich dadurch zu erklären ist, dass eine Anzahl von Leuten ihre relativ gut bezahlten Jobs verloren und dafür eine größere Anzahl von arbeitslosen einen Mindestlohn -job angenommen haben UND darüber hinaus Arbeitssuchende, die zur zeit Weiterbildungsmaßnahmen absolvieren, in dieser Statistik nicht aufgeführt sind.

Egoismus macht sich breit, wir neigen dazu, unsere jetzige Lage mit der unserer Vergangenheit und nicht mit der Gegenwart anderer zu vergleichen. Denn, obwohl wir schlechten Zeiten entgegenblicken, geht es anderen noch viel schlechter. 40.000 tote Kinder täglich in Afrika – mindestens! Cholera oder was weiß ich für Krankheiten sind natürlich nichts im Vergleich zu unserer alljährlichen Grippewelle, welche unseren Urlaub zu verhindern droht.

 

Wie dem auch sei, ich möchte nicht weiter vom Thema abkommen. Das Thema war das Fernsehen, die Medien. Natürlich sind die Sender darauf getrimmt, hohe Einschaltquoten zu erzeugen. Jedoch ist unsere gesellschaftliche Situation in anbetracht unserer Abhängigkeit dem gegenüber kein Baum ohne Wurzeln, das steht fest! Wir flüchten quasi vor unserer übersteigerten Angst, welche von Medien und Politikern genährt wird, in die Unterhaltung und merken anscheinend nicht, wie wir immer mehr verdummen, wie wir mit uns spielen lassen. Das Fernsehen ist in der heutigen Zeit eines der einflussreichsten Manipulationsmittel, das muss man feststellen – leider! Das Fernsehen erreicht die breite Masse, stürzt Politiker, schafft Ängste, lenkt uns ab, manipuliert uns. All diese Fußballspieler, Sänger, Marionetten, Statisten, Geschichtenerzähler, Akrobaten und Zauberkünstler erschaffen uns eine Welt jenseits der Realität – und das scheint uns auch noch zu gefallen. Wir kleiden uns so, wie es das Fernsehen uns einredet, wir kaufen das, was das Fernsehen will was wir kaufen, es beeinflusst unser Denken, unser Handeln, unser Fühlen, unser Urteilsvermögen!

 

Wir sollten anfangen zu erkennen, dass nicht diese Leute, die uns ein heiles Leben vorgaukeln, die Realität sind, sondern wir! Doch anstatt zu denken, der Verdummung zu entgehen oder sich allgemein zur Wehr zu setzen, verfallen wir lieber dieser Trivialität, dieser Sucht nach Unterhaltung. Dies ist eine Entwicklung, die uns zu Denken geben sollte!

Bei all dieser Manipulation: wenn man nun davon ausgeht, dass das Fernsehen das stärkste Manipulationsmittel ist und den größten Teil der Bevölkerung erreicht, dient dieses anscheinend speziell ausgedehnte Programm wirklich nur zur Unterhaltung, oder dient es eher der Blendung? Sind nicht diejenigen die Mächtigsten, die an unsere Urängste appellieren können? Erreichen sie nicht uns alle durch das Fernsehen? Wäre ein Abweichen von der Tatsache, dass vielleicht 5% der Bevölkerung Bücher liest und vielleicht 20% Zeitung lesen (Zahlen sind spekulativ), nicht viel eher ein Schritt in die richtige Richtung? Wir müssen uns mit diesen klügeren Leuten messen, die unsere Ängste nähren. Die unsere Gesellschaft beeinflussen. Z.B. durch die Angst vor dem Verlust der Existenzgrundlagen, vor mangelnder Geborgenheit, da die Gesellschaft uns nicht akzeptiert. Mal ganz davon abgesehen, dass dadurch eine Gesellschaft geschaffen wird, die sich separiert, in denen willkürliche separatistische Erkennungsmerkmale wie Rasse, Geschlecht, Hautfarbe, Aussehen, Standard oder dergleichen geschaffen und von jedem Menschen unbewusst wahrgenommen und mit Normen abgeglichen werden; wird dadurch nicht auch eine Gesellschaft so gestaltet, dass sie durch Wenige leicht formbar ist?

 

Ich will sicherlich nicht als Schwarzmaler fungieren, aber sollte man nicht auch eine vielleicht anfänglich absurd erscheinende Möglichkeit in betracht ziehen? Sollte man nicht lieber von seinen eigenen Werten und Vorstellungen absehen und die Möglichkeit untersuchen, dass andere nicht so denken, dass sie egoistischere und supranationale Ziele verfolgen, in denen der Einzelne nicht mehr als gleichwertiges Individuum angesehen wird? Sollte man nicht anfangen, kritisch mit den Weltgeschehnissen umzugehen? Ich weiß nicht, was man tun sollte oder besser gesagt, was man tun kann.

 

Jedoch bin ich mir einer Sache bewusst- oder ich glaube fest daran – es gibt Machenschaften - es gibt ein Gehirn in diesem Organismus unserer Welt, welches versucht, den Körper vollends unter Kontrolle zu haben. Wenn es will, dass der Körper sich kratzt, dann kratzt er sich, wenn es will, dass der Körper in den Krieg zieht, dann zieht er in den Krieg usw. Das traurige daran ist leider nur, dass der Körper nicht autonom zu sein scheint. Das einzige, was wir anscheinend nur zu tun in der Lage sind, ist zu hoffen und zu beten, dass sich nichts verschlechtern wird. Und wir beten weiter, wenn systematisch versucht wird, uns unsere Freiheiten zu nehmen. Anstatt dann auf die Straße zu gehen, gemeinsam, verstecken wir uns lieber zu Hause, schließen die Augen, und sagen: Lasst mir wenigstens meine Lampe, meinen Toaster und mein weniges Hab und Gut. Anstatt die Stimme zu erheben und zu sagen, dass es mein Leben ist, womit gespielt wird, dass es mein Kopf ist, über welchen hinweg über mich entschieden wird, dass es mein Leben ist, welches einen Wert hat. Nein, die Angst kontrolliert unser Denken!

23.10.09 04:13

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


TeiXeR / Website (25.10.09 10:00)
Du bleibst deinem Stil treu. Sehr treu.

Vielleicht zu treu(?)

Nichtsdestotrotz ist es wieder ein sehr gesellschaftskritischer Text geworden. Die Medien sind wirklich ein Thema, über das man sich nie genug aufregen kann. ;-)
Zu den 40.000 toten Kindern in Afrika: Es gibt ja immer diese Statistiken in den Medien:
"Jede Sekunde sterben 10 Kinder in Afrika an blablabla.
Alle 10 Sekunden wird Regenwald mit der Fläche eines Fußballstadions abgeholzt.
In einer Minute vergehen in Afrika 60 Sekunden. Helfen Sie uns..."
Das ist doch auch nur Propaganda und Gesülze aus den "Obersten Kreisen". Möchte gar nicht wissen, wie viel von dem Geld in deren Taschen fließt. Aber wer kann das schon beweisen? . . . .

Siehste, dein Text regt zum Mitdenken an. Allein dafür hat er seine Existenzberechtigung! ^^

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