is doch irgendwie realistisch, oder?

Ich habe mich letztens mal wieder dabei erwischt, wie ich total spießige Gedanken hatte. Zugegeben, ich hatte einen schlechten Start in den Tag, wobei Einzelheiten hier penibel vermieden werden, zu eurem Schutz. Jedenfalls saß ich dann in der Bahn und wollte schön meine Musik hören, um mich zu entspannen – und was kommt dann? Lautere Musik, nicht etwa begleitet von schönem Gesang, wo ich mir denke: „na gut, machste mal die Musik aus und lauschst den Klängen der Sirenen“ und merke erst danach, dass mein Schiff ungebremst gegen die Klippen steuert. Meine Rage hält mich dabei vom Steuer fern. Was ist passiert? Das Übliche, muss man schon sagen: Schnorrer! Am Anfang dachte ich mir noch: „hey, komm, die haben es auch nicht so leicht im Leben, gib denen ne Chance“. Aber wenn dann ein Typ durch die Bahn rennt, aus seinen riesengroßen – aufgrund von nur drei vorhandenen Zähnen – Zahnlücken ein Assigestammel rauspfeift, was ich mittlerweile schon mitsprechen kann, der darüber hinaus von irgendeinem panslawischen Volkskram „düd-düd-dü-düdü-lüd-düd-düüü“ begleitet wird, welcher es nicht einmal auf der musikalischen Ebene vermag, von dem üblen Geruch abzulenken, dann dreht sich mir doch langsam echt der Magen um. Das Beste sind dann immer noch diejenigen, die Hunde dabei haben. Das ist natürlich sehr clever! Erzeugt Mitleid. Da sieht man mal – an alle, die sich jetzt aufregen – dass ihr selber nicht besser seid. Penner mit Hunden kriegen statistisch gesehen häufiger Geld. Ihr habt doch selber alle eher Mitleid mit den Hunden, als mit den Pennern. Das nennt sich Quantitätsaversion. Fragt sich nur, warum die Hunde trotzdem alle so dünn sind, obwohl die Penner Geld kriegen. Ja, da könnt ihr mal drüber nachdenken. Und dann kommen immer dieselben Maschen „ja, ich hab kein Geld für ne Unterkunft und keinen Platz zum Schlafen“ – „na dann schlaf doch nicht!“ manno man!

 

Aber okay, es ist manchmal nicht einmal ihre Schuld. Die Bevölkerung ist nun einmal unterteilt in diverse Schichten, Oberschicht, Mittelstand und das – ja nennen wir es doch – Präkariat. Dabei kommt es doch auf den Staat und seine politischen Edikte drauf an, inwiefern diese Unterschicht existenzfähig ist oder nicht. Und da muss man klipp und klar sagen, dass der Staat einfach mal dumm und faul ist! Das sieht man an der jetzigen Hartz-4-Debatte um die Höhe der Leistungen. Viele asoziale Familien empfinden es mittlerweile als lohnenswerter, vier Kinder zu haben, als erwerbstätig zu sein. Und beim Kinderzeugen verbindet sich ja gleichwohl das Nützliche mit dem Notwendigen. Ich hab euch durchschaut, ihr Rammler! Jedoch ist zu sagen, dass nicht die Sozialleistungen zu hoch sind, sondern die Nettolöhne der aktiven Arbeitnehmer zu niedrig. Zum einen ist die Sozialversicherung falsch konstruiert und zum anderen ist das Steuersystem ungerecht. Die Ungerechtigkeit trifft vor allem Familien. Dabei forderte das Bundesverfassungsgericht seit langem Abhilfe, wohingegen der Gesetzgeber sich seit jeher weigert, die verfassungswidrigen Fehlverteilungen zu korrigieren. Wenn man den Normalfall einer vierköpfigen Arbeiterfamilie nimmt, wird der Abgabenkeil sichtbar, nämlich bei der „lohnbasierten“ Sozialversicherung zwischen Brutto und Netto. Dabei nimmt der Staat – und zu dem Grundeinkommen schließen wir jetzt einfach mal den Arbeitgeberbeitrag, der ja eigentlich zu 100% vorenthaltener Lohn ist!, mit ein – genau ein Drittel weg. Das sind im Klartext ein paar – nicht einmal 100 – Euro weniger, als dem Single abgezogen werden. Für dessen Versorgung (Alters-, Gesundheits-, Pflegeversorgung) allerdings kommen während seines Ruhestandes andere Leute Kinder auf, ist ja klar. Das bedeutet also, die Altenversorgung ist sozialisiert, die Kindererziehung aber privatisiert. Das Bundesverfassungsgericht hat sich mit diesen ungerechten Verteilungsverhältnissen befasst und dem Gesetzgeber die Korrektur dieser Verfassungswidrigkeit auferlegt. Die Bundesregierung hat aber nur sehr zaghaft reagiert, indem sie 2005 den Beitragssatz für Kinderlose um 0,25 Prozentpunkte anhob – was einer Unterlaufung des Auftrages des Bundesverfassungsgerichts gleich kommt. Darüber hinaus kassiert der Staat natürlich vor allem durch die wesentlich höheren Verbrauchssteuern. Somit wird unsere Zukunftsinvestition, die Kinder, extrem belastet. Demzufolge sind die zu hohen Hartz-4-Leistungen lediglich verfassungswidrige Abgabenlasten für Familien. Das bedeutet im Klartext, dass die untere Schicht eigentlich am höchsten belastet wird, was zum Kardinalsproblem der heutigen Zeit führt, die verminderte Kaufkraft. (Dadurch wurde die Leiharbeit entfesselt. Reallohnabgang und vermindertes Wirtschaftswachstum gehen somit Hand in Hand). Der Staat ist ein Arschloch! Von der Tatsache, dass die Lohnniedrigkeit zur höheren Exportfähigkeit führt und somit andere Länder, die auf die Konkurrenzfähigkeit im Binnenhandel angewiesen sind, darunter leiden, da sie nur dadurch ihre Schulden zu tilgen in der Lage sind und somit die gesamte EU in eine prekäre Lage bringen wie es grad in Griechenland, Spanien oder auch Portugal und Italien passiert, ist ganz zu schweigen.

 

Jedenfalls berichten viele Familien mit mehreren Kindern, es sei demnach besser, erwerbslos zu sein. Und dann kommt das, was wir alle kennen, wenn wir den Fernseher einschalten. Die Super-Nanny, erhält sie ihre Existenzberechtigung eben durch diese Familien. Das Grundbild, was uns allen sicherlich bekannt ist, ist immer dasselbe. Die Super-Nanny kommt an und guckt erst einmal, wie das Gefüge der Familie so funktioniert und wo seine Schwachstellen und Kritikpunkte sind. Dann spricht sie mit der Mutter, als wäre das Kind nicht da und könnte nicht mithören, was die Super-Nanny sich grad für psychologische Unterstellungen raus nimmt. Daraufhin bricht die Mutter in Tränen aus…“ich weiß wirklich nicht, wie es…“ – „Mami, mami, darf ich auch mal was essen?“ – „Halt die Fresse, du scheiß Balk! Ja wo war ich stehen geblieben? Ach ja! Ich weiß wirklich nicht, wie es so weit kommen konnte, was haben wir falsch gemacht?“ ja, das ist wirklich eine super Frage, Frau Arschfotzenkopf! Eigentlich ist sie keiner Antwort würdig, aber weil sie es sind und schon das Pech hatten, beim genetischen Roulette ihrer Eltern sämtliche negativen Eigenschaften erworben zu haben, werde ich sie ihnen doch aus Mitleid beantworten: vielleicht, aber auch wirklich nur vielleicht liegt es an den unzähligen Stunden, in denen sie eher vor dem Fernseher vergammelten anstatt sich mal weiter zu entwickeln oder den Willen heraufzubeschwören, ihrem Kind auch nur die kleinste Möglichkeit an Lebens- und Schaffensfreude zu gewähren. Vielleicht liegt es dann daran, dass sie keinen Sinn für Ordnung, Disziplin und Selbstachtung entwickeln konnten, was sie nun an ihr Kind weiter geben. Vielleicht liegt es darüber hinaus im Laufe der „Entwicklung“ (was in dem Falle ein wirklich gutmütig gewähltes Wort darstellt) ihres Kindes daran, dass sie sich nicht einmal den Gedanken in den Sinn haben kommen lassen, dass ihr Kind vielleicht, wenn es später mal nüchterner auf sein Leben und seine Habseligkeiten (einen Stift und einen heruntergeschluckten Kaugummi) blickt, sich aber auch wirklich nur vielleicht doch insgeheim – weit weg von der routinemäßigen Trotzhaltung, welche sein Versagen lieber als Überzeugung rüber kommen lässt anstelle von bekümmerter Resignation – wünscht, besser zu sein oder etwas besser gemacht zu haben. Und vielleicht, wenn Sie dann nicht Gott sei Dank schon tot wären, würden Sie auf ihr Leben und ihre Habseligkeiten (einen nie benutzten Stift, einen verschlungenen Kaugummi und ein sozial impotentes Kind) blicken und sich insgeheim wünschen, den ein oder anderen Weg nicht gegangen zu sein oder in ihrem Fall, überhaupt mal einen Weg gegangen zu sein! Aber das ist lediglich reine Spekulation. Alternativbetrachtungen führen zur ipsativen Konsequenzanalyse. Es wird das Handeln und Vorgehen abgewogen, wobei gängige Schemata und Mechanismen ihren Lauf nehmen. Das bedeutet im Klartext: man hat die Wahl zwischen einem guten Buch oder - wenn das zu optimistisch ist - auch einer Zeitung (in ihrem Fall nehmen wir die „Bild“ oder der unbarmherzigen und gewissenlosen Betrachtung des Ober-Arschlochs Dieter Bohlen auf RTL. Da gängige Schemata und Mechanismen sich natürlich seit jeher als bewährt erachten ließen, greifen sie natürlich auch hier wieder in vollem Ausmaß durch. Und schon beginnt es…

 

 

 

Das ewige Schauspiel aus zusammen geschnittenen Szenen und vorgefertigten Sprüchen, die in der Show eine Art von Schlagfertigkeit ausstrahlen sollen und die verblödeten Assis, welche sich durch die Degradierung jener armen Schweine, welche zugegebener maßen manchmal echt masochistisch und realitätsfern sein müssen, natürlich auch in keinster Weise angesprochen fühlen dürfen, nimmt ihren Lauf…

 

Mal ganz davon abgesehen, dass das die Farce schlechthin ist, da es RTL sicherlich nicht um die Realisierung eines infantilen Traumes geht, sondern – wer kann es ihnen verdenken – um Einschaltquoten. Die „Künstler“, die gewinnen, kriegen Verträge vorgesetzt, die ihnen wie Fesseln vorkommen müssen und ihre künstlerische Freiheit einschränken. Es wird auf perfide Art und Weise die Naivität der jungen verträumten Bevölkerung ausgenutzt, welche dort vor einem Millionenpublikum lächerlich gemacht werden. Dabei reg ich mich nicht einmal über die Arschlöcher von Freunden und Verwandten auf, die eines Philisters in nichts nach stehen aufgrund ihrer verblümten Bewertung des nicht vorhandenen Könnens einiger Bewerber, die gerade dadurch den Mut dazu fassen, sich vor ganz Deutschland bloßzustellen. Ich reg mich eher darüber auf, wie skrupellos sichtlich geistig verwirrte und oft auch wirklich armselige Gestalten für die Wettbewerbsfähigkeit missbraucht werden. Wer Dieter Bohlen, dem Großinquisitor der Popmusik, einmal zuhört, der hört neben dem ganzen metaphernreichen Verblödungsgestammel immer dieselbe Aussage. „Du siehst scheiße aus!“ In einer Show, in der es doch eigentlich nur um das künstlerische Können gehen sollte, kommt vor dem Argument, dass man nicht singen kann, die Bloßstellung der optischen Erscheinung – „du siehst scheiße aus, du kommst nicht weiter! Ach ja, und singen kannste auch nicht“ Das Schlimmste ist allerdings, dass Dieter Bohlen beim Großteil der Bevölkerung auf Resonanz stößt, weswegen die Sendung so erfolgreich ist. Eine von vielen Sendungen, die sich die Deutschen nicht einmal selber haben einfallen lassen. Ideen, die von anderen Ländern und Sendern abgekauft werden mussten, um unsere zu verblödende Bevölkerung zu füttern, bis wir letztendlich vor Dummheit platzen.

 

Also, die Frage, die sich nach all dem wirklich jedem nun schon so aufdrängen müsste, dass sie ihm mit der Kotze hochzuschnellen scheinen müsste: Was ist mit uns los? Was ist mit uns los, dass wir uns in diese Trivialität stürzen? Wo ist das Land der Dichter und Denker geblieben? Wieso ist das einzige Attribut, was man uns heutzutage nur noch zugute halten kann, dass wir ein Land der potenziellen Bundestrainer sind? Wieso verfallen wir der politischen Ohnmacht, in der wir immer die Partei an den Pranger stellen, die gerade an der Macht ist und in der wir langsam dem Glauben verfallen, dass es sowieso egal ist, welche Partei an der Macht ist? Wieso stemmt sich keiner dagegen? Wieso glaube ich, dass wir aus dieser Lethargie der Ohnmacht nicht mehr herauskommen? Wieso retten wir Banken und Konzerne und lassen unsere Umwelt wohl für immer auf Hilfe warten, bis sie uns irgendwann auch nicht mehr helfen wird. Wieso sind wir alle so dumm, dass wir nichts hinterfragen? Wieso ist die Welt für uns ein Wohlfahrtverein, in dem wir essen, was wir auf den Tisch bekommen, gutgläubig, naiv, dumm – ohne vielleicht mal einen Blick auf den Koch zu werfen, ob er nicht doch ein paar Schamhaare oder sonstige Exkremente hat in die Suppe fallen lassen, sie schmeckt ja so extrem salzig! Schmeckt sie euch nicht salzig? Seid ihr schon so gefühlstaub? Ich glaube, es bringt nichts, sich aufzuregen. Jedenfalls nicht punktuell. Man kann jedem ans Bein scheißen, jeder hat irgendwas ausgefressen, jeder hat Leichen im Keller. Ist es nicht Dummheit und Naivität, dann ist es Rücksichtslosigkeit und Perfidie, diese Dummheit ausnutzend! Jeder, wirklich jeder kann sich angesprochen fühlen – und ich glaube, jeder fühlt sich irgendwie angesprochen! Egoisten; Mitläufer; Leute, die andere für ihr Leid verantwortlich machen.......

 

to be continued^^

1 Kommentar 5.3.10 21:27, kommentieren

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Hoffen, glauben, träumen - schwächeln, sich belügen, andere belügen

Und da liegt man nun, hört die Lieder, hört die Texte. Jene, in denen die Künstler über ein berauschendes Leben erzählen, zusammengefasst und komprimiert in 4 Minuten geballter Emotion. Und schon ist man dazu geneigt, sich selbst darin hinein zu versetzen, als würde man ein aktionsreiches, aufregendes Leben in 4 Minuten durchleben können. Ungeachtet all seiner Ängste, Zweifel, Gewohnheiten, gesellschaftlicher Konvention und/oder Erfahrungen, die einen sonst gerade jenes erwünschte zunichte machen versuchen und daran von uns in erster Linie auch nicht gehindert werden. Da liegt man also nun und ersehnt sich dieses Leben. Und für einen kurzen Augenblick, für diese 4 Minuten des Liedes, ist man voller Tatendrang, ob aus Verzweiflung oder wirklichem Glaube sei dahin gestellt. Doch jener Tatendrang versiebt im Anblick der Tat selbst.In diesem Lied klang es alles so einfach, 4 Minuten lang muss man seine Attitüde ablegen und kann nun dieses Leben leben. Doch wenn man sich dessen tagelang gegenüberzustehen sieht, ist der Mut verloren. Und somit sieht man sich wieder da liegend und den Liedern lauschend von eben jenem ersehnten leben schwärmen.

Und man erkennt darüber hinaus nur schwer, was man selbst für ein leben zu pflegen versucht. Würde man sich dessen bewusst werden, dass jeder geträumte Tag kein Tag seiner selbst ist, würde man mutig und fest entschlossen sein Leben selbst in die Hand nehmen. Doch dafür sind wir zu bequem, gefällig und im Alltag gefangen. Man prokrastiniert sozusagen sein eigenes Leben. Schiebt es vor sich hin, es bleibe einem ja noch genügend Zeit. Doch wie es immer mit Verlusten ist, werden sie erst in vollem Ausmaß gespürt, wenn man sich ihrer sicher ist - zuvor hofft man.

Hoffnung – eine der schwächsten menschlichen Eigenschaften. Realitätsverzerrend, aktivitätslähmend. Ein Produkt, nicht die summe!, aus den beiden elementarsten psychologischen Prozessen des Menschen – dem Fühlen und dem rationalen Denken – entzieht es dem letzteren der beiden fast vollends die Essenz zugunsten des anderen und zuungunsten des Menschen. Zwar ist es abzuheben vom Wünschen, bei welchem man sich eher auf Ereignisse fixiert, die man selbst als eher unwahrscheinlich erachtet. Jedoch neigt es dazu, alles erhoffte bald als wünschenswert erachten zu müssen. Einerseits seiner rationalen Denkprozesse und Handlungstriebe, die hier eigentlich in höchster Konzentration benötigt werden, beraubt, mindert es die Erfolgschancen durch das pure hoffen, sich sehnen oder dergleichen in Situationen, in denen eigentlich nur der Mensch selbst alles in der Hand zu haben scheint. Andererseits setzt man/es eben jene Denkschemata des rationalen Verstandes bewusst vollends außer kraft, weil die menschliche Kapazität an Niederschlägen und negativen Gefühlen begrenzt ist, wodurch man sich bewusst selbst belügt – aus Schwäche. Wie oft hoffen Menschen, dass ein anderer, welcher als Erlösung unserer selbst aus der Einsamkeit angesehen wird, nun letztendlich doch anruft. Wie oft belügen sie sich damit selbst, und berauben sich damit kostbarer Zeit und auch Kraft. Und tritt ein erhofftes Ereignis einmal doch ein, so war nichts umsonst, all das selbst zugefügte Leid der Hoffnung auf eintretende Ereignisse, als hätte grade die Hoffnung selbst jenes Ereignis erst möglich gemacht.

Man möchte mich nicht falsch verstehen. Es gibt sicherlich auch die positive Form des Hoffens. Jene, die zur Aktivität animiert, jene, die motivierend auf den Mensch und seine Handlungen einwirkt. Nur leider beschränkt sich Handeln und Denken heutzutage bei den meisten Menschen lediglich auf die Handlung des Denkens, nämlich das Hoffen selbst und alleine. Somit ist es nichts als mutloses Gedenke. Taten sind bei der Mehrheit der Hoffenden nicht zu erwarten.

Die schlimmste Fraktion der Hoffenden ist dabei die der Gläubigen – wer hätte es gedacht. Religion! Die Übermittlung der Werte und Normen im alltäglichen Leben und in Bezug auf seine Mitmenschen ist dabei nicht das Problem. Doch fanatischer Glaube hat in der Geschichte des Menschen zu solch erleuchtenden Ereignissen wie die Inquisition, Hexenverbrennung oder auch Martyrer-Selbstmordattentaten geführt, bei denen andere Menschen für „höhere Zwecke“ missbraucht werden und ihnen eingeredet wird, dass im Martyrerhimmel 70 Jungfrauen auf sie warten, wobei heutzutage noch nicht wirklich übermittelt worden ist, ob es sich dabei wirklich um 70 Jungfrauen oder nur eine 70-jährige Frau handelt. Religion hat als Pendant des menschlichen Geistes den allgemeinen Fortschritt ausgebremst, indem man als eine der höchsten Instanzen technische oder auch astrologische Erweiterungen im Keim ersticken konnte. Auch heute muss die Kirche keine Steuern bezahlen und zieht den Menschen das Geld aus den Taschen. In England hat die Kirche eine Familie verklagt, welche auf altem Kirchengrund hausierte. Diese verarmte Familie musste daraufhin mehrere hunderttausend Euro an die Kirche als Entschädigung zahlen wegen einer veralteten Hoheitsurkunde. Ja, die Kirche schert sich um die Menschen, natürlich! Die einzigen Menschen, um die sich die Kirche und ihre Mitglieder scheren, sind kleine Knaben! Und darüber hinaus: wer heute, nach all den evolutionsbiologischen und historischen Erkenntnissen, immer noch an die Existenz einer transzendenten Kraft glaubt, welche uns alle aus den Fingern gezaubert haben muss, der muss schlicht und ergreifend verrückt sein! Religion, Hoffnung und Glaube, sind sackloses Gedenken – ganz einfach formuliert!

Menschen sehen Gott als Angeklagten für ihre Leiden. Andere nehmen ihn als Ausrede und Rechtfertigung für ihre Taten. Wiederum andere glauben wohl einfach an ihn, weil sie nicht mit der Vorstellung leben können, ein unbedeutendes Individuum in einem endlosen Kreislauf von Leben und Tod zu sein. Egal welchen Grund man dafür hat, wenn man seine Stärke aus solchen Trugschlüssen und Lügen bezieht, dann hofft und glaubt man aus Schwäche!...was war eigentlich nochmal das Thema...?

2 Kommentare 19.10.09 19:17, kommentieren

welch ekliges Thema, so richtig abstoßend...

Die Liebe, ein prekäreres Thema kann man sich nicht wählen, um über etwas zu schreiben. Es ist deswegen gerade so heikel, da es von jedem subjektiv interpretiert wird. Also, was ist denn nun eigentlich Liebe? Liebe ist doch, wenn man sich brauch, wenn man ohne den anderen nicht leben kann, wenn das Herz zur selben Zeit oder auch sukzessiv schnell und langsam schlägt, Liebe ist wie tausend Sonnenaufgänge…Halt! Stopp!

 

So geht das nun wirklich nicht. Es ist in der heutigen Zeit eine gängige Methode, Metaphern, Phrasen und Allegorien zur Beschreibung von Dingen zu verwenden, dessen man zu beschreiben sonst nicht in der Lage oder fähig ist. Doch um dessen Herr zu werden, um es irgendwie begreiflich zu machen, oder um bei überemotionalen Mädchen zu landen, fabuliert man – angehaucht durch die vielen Meg Ryan Filme – sein Innerstes nach außen. Was ist also die Liebe? Ist es nicht einfach eine chemische Reaktion? Ausgelöst durch Botenstoffe, die unsere Emotionen und unser Fühlen beeinflussen? Ist Fühlen nicht also doch ganz einfach etwas Körperliches? Es ist z.B. erwiesen, dass Frauen in Zeiten der Menstruation eher auf markante Männer stehen, die Selbstbewusstsein und einen gewissen Status ausstrahlen und personifizieren – also die Machos. Wenn sie jedoch mal nicht menstruieren, sind sie eher dem familiären Mann verfallen, welcher durch seine treue und liebevolle Ader als Beschützer der Familie fungiert. Und wenn man davon ausgeht, dass Liebe eine rein körperliche Ursache hat, kann man sie dann nicht auch kontrollieren durch puren Willen?

 

Oder ist die Liebe einfach nur ein Konstrukt – eine bourgeoise Vorstellung - erschaffen von den Medien, der Gesellschaft, also der Mediengesellschaft zur Aufrechterhaltung und Durchsetzung der Ziele des Konsum-Kapitalismus? Wird der Begriff Liebe heutzutage nicht so inflationär verwendet, sei es von Partnern in ihrer intraspezifischen Beziehung oder von den Medien allgemein, dass er jegliche Bedeutung verliert?

Der Grundgedanke der Liebe ist gar nicht mal so verkehrt. Ohne diese ganze übertriebene Darstellung ist die Liebe wohl einfach die intersubjektive Anerkennung mit der auf moralischer Basis begründeten Funktion zur gegenseitigen Unterstützung und Respektierung.

Doch im Laufe der Zeit wurde von der Liebe ein Bild kreiert, welches die Erwartungen in selbige quasi ins Unermessliche steigen lässt.

Dabei nehmen tradierte Erfolgsrezepte seit jeher Überhand. „Gegensätze ziehen sich an“, „man muss erst sich selbst lieben, bevor man andere lieben kann“ oder dass es stets um funktionierende Kommunikation geht, welche eine Beziehung erst erstrebenswert und langwierig sein lässt. Diese Halbwahrheiten haben sich derart pauschalisiert, dass niemand mehr anfängt sich selbst ein Bild davon zu machen, was ihm am wichtigsten erscheint. Im Fußball z.B., um dieses Thema auch Männern begreiflich zu machen, gibt es ebenfalls solche Weisheiten und Dogmen. „Ein Spiel müsse immer über die Flügel gehen, wenn es Erfolgs versprechend sein soll; man muss Zweikämpfe gewinnen, um das Spiel zu gewinnen; es bringt nichts, durch die Mitte zu spielen“ oder der Klassiker: „der gefoulte soll den Elfmeter niemals selbst schießen“. Alles Unfug!  Ich ertappe mich selber häufig dabei, selbst anzunehmen, dass man sich immer auf den anderen freuen muss als Zeichen dafür, dass die Beziehung noch intakt ist.

 

Man sollte sich von solch abgehobenen Maximen jedoch nicht verrückt machen lassen. In einer Beziehung spielt man sowohl über die Flügel als auch durch die Mitte und in ihr zählen keine gewonnenen Zweikämpfe! Solange man ein eingespieltes Team ist, sollte man aufhören, auf andere Menschen zu hören. Ich bin mir der Tatsache durchaus bewusst, dass das gerade eine Paradoxie ist, welche eingehalten werden soll, aber nicht eingehalten werden darf, um eingehalten zu werden. Fakt ist jedoch, dass nur man selbst entscheiden kann, was man denkt – und daran sollte sich auch niemals was ändern. Und deswegen sollte es auch niemanden stören, dass ich meine eigentliche Frage nach einer Definition der Liebe nicht beantwortet hab. Als gäbe es eine Universal-Definition. Denkt für euch selbst nach…

 

 

3 Kommentare 21.10.09 18:18, kommentieren

Angst = Verdummung!

Es ist nachts, jedenfalls für andere. Bei mir geht hier grad imaginär die Sonne auf, in Bezug auf meinen Schlafrhythmus, welcher die Bezeichnung „Rhythmus“ eigentlich nicht verdient. Wahrlich ist die Metapher, dass bei mir die Sonne aufgeht, nur auf dieses Phänomen meiner körperlichen Degeneration zu beschränken. Wenn ich mir hier gerade nur etwas zur Beschäftigung suche und den Fernseher dafür kurzweilig einzuschalten bereit war, ist meine Sonne ebenfalls aufgegangen, jedoch in Luft!

 

Ich frage mich, ob bei dieser Ansammlung an Medieninhalten, die entweder verdummen sollen oder sich nur die Verdummung zu nutze machen (?!?!?!?!), nicht doch ein tiefgründigerer Gedanke und eine gezielte Motivation steckt. Fakt ist jedoch, dass man in der heutigen Zeit eine prinzipielle Degeneration, eine prinzipielle Verkommung, Verdummung; einen prinzipiellen Rückfall, Regression - oder nenne man es doch einfach wie man will – der Bevölkerung verzeichnen kann.

Die Globalisierung nimmt ihren Lauf, schlägt die deutsche Wirtschaft und Arbeitslage mit immer härteren Schlägen K.O.; wobei der Rückgang der Arbeitslosenzahl lediglich dadurch zu erklären ist, dass eine Anzahl von Leuten ihre relativ gut bezahlten Jobs verloren und dafür eine größere Anzahl von arbeitslosen einen Mindestlohn -job angenommen haben UND darüber hinaus Arbeitssuchende, die zur zeit Weiterbildungsmaßnahmen absolvieren, in dieser Statistik nicht aufgeführt sind.

Egoismus macht sich breit, wir neigen dazu, unsere jetzige Lage mit der unserer Vergangenheit und nicht mit der Gegenwart anderer zu vergleichen. Denn, obwohl wir schlechten Zeiten entgegenblicken, geht es anderen noch viel schlechter. 40.000 tote Kinder täglich in Afrika – mindestens! Cholera oder was weiß ich für Krankheiten sind natürlich nichts im Vergleich zu unserer alljährlichen Grippewelle, welche unseren Urlaub zu verhindern droht.

 

Wie dem auch sei, ich möchte nicht weiter vom Thema abkommen. Das Thema war das Fernsehen, die Medien. Natürlich sind die Sender darauf getrimmt, hohe Einschaltquoten zu erzeugen. Jedoch ist unsere gesellschaftliche Situation in anbetracht unserer Abhängigkeit dem gegenüber kein Baum ohne Wurzeln, das steht fest! Wir flüchten quasi vor unserer übersteigerten Angst, welche von Medien und Politikern genährt wird, in die Unterhaltung und merken anscheinend nicht, wie wir immer mehr verdummen, wie wir mit uns spielen lassen. Das Fernsehen ist in der heutigen Zeit eines der einflussreichsten Manipulationsmittel, das muss man feststellen – leider! Das Fernsehen erreicht die breite Masse, stürzt Politiker, schafft Ängste, lenkt uns ab, manipuliert uns. All diese Fußballspieler, Sänger, Marionetten, Statisten, Geschichtenerzähler, Akrobaten und Zauberkünstler erschaffen uns eine Welt jenseits der Realität – und das scheint uns auch noch zu gefallen. Wir kleiden uns so, wie es das Fernsehen uns einredet, wir kaufen das, was das Fernsehen will was wir kaufen, es beeinflusst unser Denken, unser Handeln, unser Fühlen, unser Urteilsvermögen!

 

Wir sollten anfangen zu erkennen, dass nicht diese Leute, die uns ein heiles Leben vorgaukeln, die Realität sind, sondern wir! Doch anstatt zu denken, der Verdummung zu entgehen oder sich allgemein zur Wehr zu setzen, verfallen wir lieber dieser Trivialität, dieser Sucht nach Unterhaltung. Dies ist eine Entwicklung, die uns zu Denken geben sollte!

Bei all dieser Manipulation: wenn man nun davon ausgeht, dass das Fernsehen das stärkste Manipulationsmittel ist und den größten Teil der Bevölkerung erreicht, dient dieses anscheinend speziell ausgedehnte Programm wirklich nur zur Unterhaltung, oder dient es eher der Blendung? Sind nicht diejenigen die Mächtigsten, die an unsere Urängste appellieren können? Erreichen sie nicht uns alle durch das Fernsehen? Wäre ein Abweichen von der Tatsache, dass vielleicht 5% der Bevölkerung Bücher liest und vielleicht 20% Zeitung lesen (Zahlen sind spekulativ), nicht viel eher ein Schritt in die richtige Richtung? Wir müssen uns mit diesen klügeren Leuten messen, die unsere Ängste nähren. Die unsere Gesellschaft beeinflussen. Z.B. durch die Angst vor dem Verlust der Existenzgrundlagen, vor mangelnder Geborgenheit, da die Gesellschaft uns nicht akzeptiert. Mal ganz davon abgesehen, dass dadurch eine Gesellschaft geschaffen wird, die sich separiert, in denen willkürliche separatistische Erkennungsmerkmale wie Rasse, Geschlecht, Hautfarbe, Aussehen, Standard oder dergleichen geschaffen und von jedem Menschen unbewusst wahrgenommen und mit Normen abgeglichen werden; wird dadurch nicht auch eine Gesellschaft so gestaltet, dass sie durch Wenige leicht formbar ist?

 

Ich will sicherlich nicht als Schwarzmaler fungieren, aber sollte man nicht auch eine vielleicht anfänglich absurd erscheinende Möglichkeit in betracht ziehen? Sollte man nicht lieber von seinen eigenen Werten und Vorstellungen absehen und die Möglichkeit untersuchen, dass andere nicht so denken, dass sie egoistischere und supranationale Ziele verfolgen, in denen der Einzelne nicht mehr als gleichwertiges Individuum angesehen wird? Sollte man nicht anfangen, kritisch mit den Weltgeschehnissen umzugehen? Ich weiß nicht, was man tun sollte oder besser gesagt, was man tun kann.

 

Jedoch bin ich mir einer Sache bewusst- oder ich glaube fest daran – es gibt Machenschaften - es gibt ein Gehirn in diesem Organismus unserer Welt, welches versucht, den Körper vollends unter Kontrolle zu haben. Wenn es will, dass der Körper sich kratzt, dann kratzt er sich, wenn es will, dass der Körper in den Krieg zieht, dann zieht er in den Krieg usw. Das traurige daran ist leider nur, dass der Körper nicht autonom zu sein scheint. Das einzige, was wir anscheinend nur zu tun in der Lage sind, ist zu hoffen und zu beten, dass sich nichts verschlechtern wird. Und wir beten weiter, wenn systematisch versucht wird, uns unsere Freiheiten zu nehmen. Anstatt dann auf die Straße zu gehen, gemeinsam, verstecken wir uns lieber zu Hause, schließen die Augen, und sagen: Lasst mir wenigstens meine Lampe, meinen Toaster und mein weniges Hab und Gut. Anstatt die Stimme zu erheben und zu sagen, dass es mein Leben ist, womit gespielt wird, dass es mein Kopf ist, über welchen hinweg über mich entschieden wird, dass es mein Leben ist, welches einen Wert hat. Nein, die Angst kontrolliert unser Denken!

1 Kommentar 23.10.09 04:13, kommentieren